Historisches

Hier möchten wir Ihnen einen Einblick in die Friller Historie geben.

Die Geschichte des Dorfes Frille

Schon in der jüngeren Steinzeit 3000 bis 1700 vor Christus belegen Bodenfunde eine Besiedlung der Friller Flur.

Urkundlich wird Frille zum ersten Mal 1168 als „Vrigelde“ und 1222 als „Vrielethe“ erwähnt.

Frille war Sitz eines alten sächsischen Volksgerichtes, eines Go-Gerichtes, das auf dem Freithof tagte. Wegen des Gerichtssitzes, der verkehrsgünstigen Lage an einem alten Königsweg und in der Nähe der Weser lag Frille schon früh im Brennpunkt der Machtbestrebungen. Besonders die Edlen vom Berg, auf der Schalksburg an der Weserpforte ansässig und im Osten die Grafen von Schaumburg zeigten Interesse.

Die Edlen vom Berg, von den Mindener Bischöfen zu deren Kirchenvögten gemacht, breiteten ihren Machtbereich zielstrebig weserabwärts nach Norden aus. Aber  auch die Grafen von Schaumburg versuchten, der Aue folgend bis an die Weser vorzudringen, die wegen der Einnahmen aus Stapelrecht und Flusszöllen schon eine erhebliche Bedeutung hatte. Der  Streit um den Friller Wald verschärfte die Situation.

Nach und nach errangen die Grafen von Schaumburg den Vorsitz im Holzgericht, dem Holting, und nahmen den Wald allmählich in ihren Besitz und bezeichneten ihn Anfang des 16. Jahrhunderts als Schaumburger Wald.

Damals begannen Grenzstreitigkeiten, die erst im Jahre 1971 endgültig beigelegt wurden.

Im Staatsvertrag von 1885 zwischen Preußen und Schaumburg-Lippe wurde der Grenzverlauf, der bis 1971 gültig war, endgültig festgelegt. Wie ein verschlungenes Band führte die Grenze durch das Dorf. Für die Bewohner des Ortes aber war die jeweilige Zugehörigkeit im Hinblick auf die Politik sehr wichtig. 1866 wählte Schaumburg-Lippe die Neutralität. So wurde eine militärische Auseinandersetzung zwischen Nachbarn vermieden.

Gemeinsam bewältigte Schwierigkeiten, gemeinsam ertragenes Leid, zuletzt nach dem 2. Weltkrieg, als der Ort 4 Jahre lang besetzt war, stärkten den Wunsch nach einem Frille unter einer Verwaltung. Am 1. Oktober 1971 wurde Frille, Kreis Schaumburg-Lippe, in das Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert. Seitdem bildet der Wald die Landesgrenze. 2 Jahre später wurde Frille Ortsteil der Stadt Petershagen.

Viel Spaß beim Stöbern.

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